Die Stockholm Konvention

© Maria Deweis

Die “Stockholm Convention on Persistent Organic Pollutants (POPs)” (Stockholmer Übereinkommen über persistente organische Schadstoffe, auch Stockholm-Konvention) ist ein internationales Übereinkommen über Verbots- und Beschränkungsmaßnahmen für POPs.
 

POPs stellen aufgrund ihrer Eigenschaften - besonders durch den Ferntransport - ein globales Problem dar, welches nur international geregelt werden kann. Unter der Federführung der UNEP, des Umweltprogrammes der Vereinten Nationen, wurde daher seit 1998 an einem internationalen Übereinkommen über POPs gearbeitet. 2001 wurde das Stockholmer Übereinkommen über persistente organische Schadstoffe beschlossen, 2004 ist es Kraft getreten und wurde damit für alle Staaten, die unterzeichnet haben, rechtlich gültig. Die ersten 12 Stoffe bzw. Stoffgruppen wurden unter dem Begriff „Dreckiges Dutzend“ bekannt.
 

Bisher sind über 180 Staaten diesem Abkommen beigetreten. An der alle zwei Jahre stattfindenden Vertragsstaatenkonferenz wird unter anderem über die Aufnahme weiterer Stoffe entschieden. Zudem bestehen nationale Berichtspflichten hinsichtlich der Emissionsermittlung und die Erstellung eines nationalen Aktionsplans für eine weitere Minimierung dieser Substanzen.

In der EU wurde die Stockholm-Konvention durch die POP-Verordnung für persistente organische Schadstoffe (EG-Verordnung Nr. 850/2004 i.d.g.F.) umgesetzt.

Welche Chemikalien wurden bereits aufgenommen?

28 Stoffe bzw. Stoffgruppen (Pflanzenschutzmittel, Industriechemikalien und Nebenprodukte von Verbrennungsprozessen) wurden bisher aufgrund ihrer Eigenschaften in folgenden Anhängen gelistet, zusammen mit den jeweils geforderten Maßnahmen:

-  Anhang A (Eliminierung)

Für diese Chemikalien gilt im EU-Raum ein Verbot der Herstellung und Verwendung.

z.B. Hexachlorobenzol (HCB), ein Pflanzenschutzmittel , dass in Österreich seit 1992, weltweit seit 2004 gesetzlich verboten ist; Polychlorinated biphenyls (PCB), wurden von der Industrie bis in die 80er-Jahre als technische Gemische sowie als Weichmacher hergestellt; bromierte Flammschutzmittel, die in Textilien, Kunststoffen und in elektronischen Geräten eingesetzt wurden.

 

- Anhang B (Beschränkung)

Die Herstellung und Verwendung muss gemäß den beschriebenen Vorgaben eingeschränkt werden.

z.B. PFOS (Perfluoroctansulfonsäure), welches noch in der Galvanik in geschlossenen Systemen angewendet werden darf oder Dichlordiphenyltrichlorethan (DDT), ein in den 50er- und 60er-Jahren sehr großflächig eingesetztes Insektizid.

 

- Anhang C (Unbeabsichtigte Herstellung)

Die hier gelisteten Chemikalien unterliegen der Verpflichtung  zur Überwachung und Verringerung der Freisetzung.

z.B. Dioxine, Furane (unerwünschte Nebenprodukte bei industriellen Produktionsverfahren und Verbrennungsprozessen) oder HCB mit unbeabsichtigter Freisetzung aus der Verbrennung und der Industrie; bekannt durch einen Umweltskandal im kärntnerischen Görtschitztal im Jahr 2014.