PFOS

Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS)

Zu den bekanntesten Vertretern dieser Gruppe (auch perfluorierte Tenside genannt) gehören Perfluoroctansulfonsäure (PFOS) und Perfluoroctansäure (PFOA). PFOS ist als POP unter der Stockholm Konvention bereits streng reglementiert, PFOA befindet sich im Aufnahmeprozess. Die einzigartigen oberflächenaktiven Eigenschaften, wie hohe Benetzungsfähigkeit und  Beständigkeit, wasser- und fettabweisende Wirkung, führten zu einem intensivem Einsatz in Industrie, Haushalt und Konsumprodukten. Mit perfluorierten Stoffen werden Beschichtungen und Materialien wie Textilien, Teppiche und Papier fett-, öl- und wasserabweisend gemacht. Sie dien(t)en vor allem in der Papier-, Leder- Photo- und Halbleiterindustrie und Galvanik als Prozesshilfsmittel.   

Eine große Gruppe von per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) wird nach wie vor vielfältig eingesetzt.

Wie kann ich meine PFAS Belastung reduzieren?

Die Aufnahme von PFAS kann durch Trinkwasser, Nahrung, Hausstaub, Konsumprodukte oder durch den Arbeitsplatz erfolgen, wobei Trinkwasser und Nahrung für die Belastung der allgemeinen Bevölkerung am relevantesten sind.

Obwohl einige PFAS wie z.B. PFOS kaum mehr in der EU verwendet werden, können folgende Produkte PFAS enthalten:

  • Lebensmittelkontaktmaterialien
  • Küchenutensilien mit Antihaftbeschichtung
  • Fleckenschutz-Ausrüstung oder schmutzabweisende Appretur bei Teppichen und Textilien
  • Wasserabweisende Kleidung und Textilien
  • Reinigungsmittel (z.B. Möbelpolitur, Fußbodenpolitur), Biozidprodukte
  • Farben, Lacke und Dichtungen
  • Feuerlöschschäume
  • Kosmetik 

Das OEKO-TEX®-Zeichen, garantiert die Überprüfung strenger Grenzwerte für PFOS und PFOA. Auch das österreichische Umweltzeichen oder der Blaue Engel stehen dafür, dass Ihr Produkt prinzipiell frei von schädlichen Chemikalien ist. Achten Sie auf die freiwillige Kennzeichnung der Hersteller wie "PFC frei" oder "PFAS frei" und fragen Sie nach! Lesen Sie Herstellerinformationen zu Konsumprodukten und wählen sie solche ohne PFAS. Vermeiden Sie beschichtete Verpackungen für Lebensmittel einschließlich Fast-Food. 

Händler, die sichergehen wollen, dass ihre Importwaren frei von POPs sind, können ihre Waren im auf POPs spezialisierten und akkreditierten Analytiklabor untersuchen lassen.

Einige perfluorierte Stoffe werden derzeit im Rahmen von REACH geprüft und es wird an Maßnahmen zur Risikominimierung gearbeitet. Die gesamte Gruppe per- und polyfluorierter Verbindungen umfasst jedoch mehr als 3000 Stoffe, einige davon sind in Konsumprodukten als Vorläufer oder Verunreinigung enthalten, die analytisch nicht charakterisiert sind. Viele dieser PFAS Verbindungen sind in REACH nicht erfasst, da sie in Konsumprodukten eingesetzt sind, die importiert werden. Für Konsumentinnen bedeutet dies, dass europäische Waren einem strengeren Regelungsregime unterliegen und daher aus Sicht der Produktsicherheit zu bevorzugen sind.