Bromierte Flammschutzmittel

© Umweltbundesamt/M.Deweis

Einige weit verbreitete bromierte Flammschutzmittel wie Decabromdiphenylether oder Hexabromocyclododecan (HBCD) wurden ebenso wie polybromierte Diphenylether (PBDE) und polybromierte Biphenyle wegen ihrer POP Eigenschaften durch die Stockholmer Konvention verboten – mit Übergangsregelungen und Ausnahmen. In Europa galten schon zuvor strengere Bestimmungen. Auch für bromierte Flammschutzmittel ist das mögliche Anwendungsgebiet ein sehr breites – überall dort, wo Flammhemmung gewünscht oder vorgeschrieben ist.

 

 Bromierte Flammschutzmittel können in folgenden Produkten eingesetzt sein:

 

  • Elektronische Geräte wie: PC-Monitore, PC-Gehäuse, Leiterplatten, Haushaltsgeräte wie Kühlschränke, Telefone, Handys, Ladegeräte,... 
  • Kabelummantelungen
  • Textilien und Schaumstoffe: Polsterungsmaterialien, Matratzen, Schutzkleidung, Teppiche, Vorhänge, Polstermöbelstoffe, Zelte, technische Textilien,…
  • Autoindustrie: Konstruktionsschäume, Autositze, diverse Autoteile, Armaturenbrett, Karosserie, Sonnenblenden, Kindersitzen
  • Bauindustrie: Isolierschäume, Rohre, Transportbänder und andere Spezialprodukte
  • Andere Anwendungen z.B. elektronische Spielzeuge, Verpackungen, Polstermaterial, Möbel (z.B. Büromöbel),…
  •  Expandiertes und extrudierter Polystyrol (z.B. Styropor)

Auch hier empfiehlt es sich, europäische Hersteller zu suchen, beim Händler nachzufragen (REACH Konsumentenrecht), als Privatperson auf flammhemmende Ausrüstung von Polstermöbel zu verzichten und auf Kennzeichnungen zu achten. Produkte mit z.B. dem österreichischen Umweltzeichen oder dem Blauen Engel dürfen prinzipiell keine schädlichen Chemikalien enthalten. Während alte Erzeugnisse und Produkte noch verbotene oder beschränkte Flammschutzmittel wie Deca-BDE oder HBCD aufweisen können, zeigen Umweltmonitoringdaten, dass diese Chemikalien und deren Ersatzstoffe wie Deca-bromdiphenylethan in einer aktuellen Studie des Umweltbundesamtes in Klärschlamm, Fischen und Böden nachgewiesen werden.

Flammschutzmittel können kontinuierlich den zugesetzten Materialien und Produkten entweichen und werden über Hausstaub, die Atemluft und Hautoberfläche in unseren Körper aufgenommen. Häufiges Lüften und häufiges Aufwaschen kann die Belastung in Innenräumen drastisch reduzieren. Flammschutzmittel in Autokindersitzen wurden in den USA untersucht.