Welche Produkte und Erzeugnisse können betroffen sein?

Mit der Aufnahme eines Stoffes in die EU-POPs Verordnung wird auch immer ein Grenzwert, ein erlaubter niedriger Gehalt in Produkten, festgelegt. Auch gibt es für bestimmte POPs zeitlich befristete oder unbefristete Ausnahmen für ihre Verwendung.

Pflanzenschutzmittel und Biozide

© Umweltbundesamt/Hauzenberger

Pestizide wie Pentachlorphenol, Endosulfan, Lindan oder DDT gehören zu den in der Stockholm-Konvention gelisteten POPs. Zurzeit ist auch Dicofol im Aufnahmeprozess. Diese Wirkstoffe sind seit langem in Österreich nicht mehr zugelassen. Das heißt, alle in Österreich legal erworbenen Pflanzenschutzmittel und Biozidprodukte weisen keine der gelisteten POPs auf.

 

Bei der Bewertung von Pflanzenschutzmitteln und Biozidprodukten gibt es strenge Auflagen, sodass ein Wirkstoff mit POPs-ähnlichen Eigenschaften nicht mehr zugelassen werden darf.

Industriechemikalien

© Lisa Riss

Seit 2009 sind weitere Industriechemikalien auf die POPs-Liste der Stockholm-Konvention aufgenommen worden: Perfluoroctansulfonsäure und ihre Derivate (PFOS), bromierte Flammschutzmittel und kurzkettige Chlorparaffine.

Bromierte Flammschutzmittel  

Dazu zählen Hexabromocyclododecane (HBCD), tetra-, penta-, hexa-, hepta- und deca-bromierte Diphenylether (BDEs) sowie polybromierte Biphenyle (PBB). Der Einsatz von Flammschutzmittel in Erzeugnissen bewirkt eine Verzögerung der Entflammbarkeit. Derzeit gibt es keine Ausnahmen für die Verwendung von tetra-, penta-, hexa- und hepta-BDE. Durch Recycling von belastetem Plastik kann es zu einer Verunreinigung von neuen Produkten kommen. Deca-BDE wurde mit vielen Ausnahmen 2017 in die Stockholm Konvention aufgenommen, die geltende EU-Regelung ist jedoch um einiges strenger. Hexabromocyclododecan wurde bis vor kurzem auch in Styropor in Österreich eingesetzt.   

PFAS  (Perfluoralkylsubstanzen) und PFOS (Perfluoroctansulfonsäure)
Perfluorierte organische Verbindungen (PFAS) können von der Industrie in einer Vielzahl an Produkten eingesetzt werden, da sie fett-, wasser- und schmutzabweisende Eigenschaften besitzen. Die Verwendung von PFOS  ist in der EU auf die Hableiterindustrie, Metallgalvanisierung (Hartmetallbeschichtung nur in geschlossenen Kreislaufsystemen), Luftfahrt (Hydraulikflüssigkeit) und fotografische Beschichtungen beschränkt.  Derzeit befindet sich auch PFOA (Perfluoroctansäure) im Aufnahmeprozess der UNEP Stockholm Konvention. Weitere PFAS-Verbindungen haben POPs- ähnliche Eigenschaften und sind derzeit in Bewertung ob Einschränkungen in der Verwendung notwendig sind.

SCCPs

Für kurzkettige Chlorparaffine (SCCPs, short chain chlorinated paraffins) gibt es  in der EU ein Totalverbot. Unter der UNEP Stockholm Konvention ist jedoch für registrierte Staaten der Einsatz als Zusätze in Gummi, Leder, Schmiermittel, Metallbearbeitungsflüssigkeiten, Lichtketten, Transportbänder, Farben und Kleber erlaubt.

Der Grenzwert für Spurenverunreinigungen in Artikeln ist mit 0.15% in der EU POP-Verordnung (EU) Nr. 2015/2030 festgelegt. Produktüberwachungen zeigen jedoch, dass dieser Wert in einer Vielzahl von Produkten wie elektronischen Geräte, Yogamatten, Gymnastikbällen und Kinderspielzeug überschritten wird. Gemeldete Übertretungen sowie Produktrückrufe sind in der RAPEX (Rapid Alert System Rapid Alert System for non-food dangerous product) Datenbank gelistet.