Warum betreffen uns POPs?

Die Kombination von bestimmten Eigenschaften sind für die besondere Gefährlichkeit von POPs (persistent organic pollutants, langlebige organische Chemikalien) verantwortlich: sie sind langlebig, reichern sich in Lebewesen an, haben schädliche Effekte und werden über die Atmosphäre oder Ozeane weltweit verbreitet.

Viele der in der Stockholm Konvention gelisteten POPs sind zur Gänze verboten. Einige Substanzen sind jedoch für bestimmte Anwendungen erlaubt und daher auch in Produkten/Erzeugnissen, enthalten.

So  wird/wurde bromierte Flammschutzmittel wie z.B. Decabromodiphenylether wegen seiner flammhemmenden Eigenschaften in Textilien, Teppichen, Polstermöbeln, Elektronik, PCs, Fernsehern, Autos usw. eingesetzt. Deshalb und aufgrund der für POPs charakteristischen Eigenschaften kann man sie auch weit entfernt vom ursprünglichen Verwendungs- oder Entstehungsort und lang nach ihrer Herstellung in der Umwelt, in Pflanzen oder Tieren Menschen finden. Die Konzentrationen können so hoch sein, dass es zu schädlichen Auswirkungen kommt.  Studien haben gezeigt, dass diese Chemikalien oder ihre Abbauprodukte auch im menschlichen Blut nachweisbar sind, z.B. Perfluoroctansulfonsäure, das in der Galvanik und früher auch weitverbreitet in Feuerlöschschäumen eingesetzt wurde. 

Nachstehende Abbildung macht sichtbar, über welche Pfade POPs in unseren Körper gelangen können. Nahrung, Trinkwasser und Hausstaub sind die wichtigsten Aufnahmepfade für den Menschen. In die Umwelt gelangen POPs vorwiegend bei der (unbeabsichtigten) Erzeugung, durch Abwasser oder bei unsachgemäßer Entsorgung.

POPs wie z.B. Dioxine und Furane (PCDD/F) sind Produkte einer unvollständigen Verbrennung, die auf verschiedene Ursachen zurückzuführen sein kann:

  •  POPs liegen bereits im Brennstoff vor und werden bei der Verbrennung infolge zu geringer Temperatur und/oder zu kleiner Verweilzeit nicht zerstört.
  •  POPs werden aus nicht chlorierten organischem Material und einer Chlorquelle  neu gebildet (De Novo Synthese).

Beim Einsatz von POP-haltigen Abfällen/Rückständen in Industrieanlagen sind Probenahmen vor dem Einsatz, eine geeignete Verbrennungstemperatur, der Einsatz von Minderungstechnologien sowie regelmäßige bzw. kontinuierliche Messungen der POPs notwendig.